Am 5. Februar 2026 kam der Hauptausschuss der Stadt Colditz zu seiner zweiten ordentlichen Sitzung des Jahres zusammen. Von unserer Fraktion „Für unsere Heimat“ / BIC waren Katrin Juhrich, Sascha Schmiedel, Daniel Thalmann und Thomas Wasner vor Ort. Die Sitzung dauerte von 19:00 bis 19:45 Uhr. Auf der Tagesordnung standen Themen, die viele Colditzer direkt betreffen: zwei Wasserschäden in Schulgebäuden, eine wichtige Debatte über geplante Radwege – und eine kleine, aber bezeichnende Entdeckung bei einem Spendenantrag.

Wasserschäden in zwei Colditzer Schulen

Gleich zwei städtische Gebäude mussten in der jüngsten Vergangenheit Wasserschäden verzeichnen – beide Fälle wurden im Hauptausschuss ausführlich behandelt.

BBS Colditz: In der Berufsbildenden Schule lief über Nacht ein Eckventil unter einem Waschbecken offen – das Wasser floss von der obersten Etage bis in den Keller. Betroffen sind Wände, Decken, Böden und Türen in mehreren Geschossen. Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab, die Firma Wolf wurde mit der Trocknung beauftragt. Die Versicherung ist informiert, ein detailliertes Gutachten liegt vor. Die genaue Ursache ist bislang unklar – sowohl technischer Defekt als auch Fremdeinwirkung sind möglich; eine Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet. Sobald die Versicherung die Freigabe erteilt, werden die Schäden behoben.

Sporthalle Sophienschule: Hier trat ein Wasserrohrbruch in den Umkleidebereichen auf. Wasser unter dem Sportboden kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Fachplaner wurden hinzugezogen, um die Leitungsverläufe zu prüfen. Die Umkleiden und Duschen sind vorerst gesperrt – der Trainingsbetrieb in der Halle ist jedoch weiterhin möglich. Auch die geplante Jobmesse im März soll grundsätzlich stattfinden können, gegebenenfalls mit Einschränkungen. Die Versicherung ist eingeschaltet, ein Gutachter kommt.

Unsere Fraktion verfolgt beide Vorgänge aufmerksam. Bei solchen Schäden ist es wichtig, dass die Versicherungsabwicklung zügig und vollständig erfolgt – damit die Schulen ihren normalen Betrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen können.

Radwege nach Hohnbach und Hartha – BIC bleibt skeptisch

Bürgermeister Zillmann informierte über den aktuellen Stand der geplanten Radwegprojekte „Colditz–Hohnbach“ und „Colditz–Hartha“. Die Ausgangslage hat sich verschlechtert: Der Freistaat Sachsen hat sein Budget für Radwege auf null gesetzt – eine Landesförderung ist damit vorerst nicht möglich. Der Bund stellt zwar weiterhin Mittel für Bundesstraßen bereit, aber das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV) kann in den nächsten Jahren selbst keine neuen Planungen übernehmen.

Als Ausweg wird diskutiert, dass die Stadt Colditz die Planung bis zur Leistungsphase 4 (Baugenehmigung/Planfeststellung) selbst vorantreibt. Die Kosten dafür belaufen sich laut einer Machbarkeitsstudie auf rund 100.000 Euro – wovon auf Colditz etwa 45.000 Euro entfallen würden (Hartha trägt 55 %). Danach könnte das LaSuV das Projekt in ein bis zwei Jahren übernehmen und umsetzen.

Unsere Position: Thomas Wasner hat in der Sitzung klar Bedenken geäußert. Die Planung und den Bau von Radwegen an Bundesstraßen hält er grundsätzlich für eine Aufgabe des Bundes – nicht der Gemeinde. Eine Vorleistung von 45.000 Euro ohne verbindliche Finanzierungszusage ist aus unserer Sicht mit erheblichen finanziellen und personellen Risiken für die Stadt Colditz verbunden. Wir wollen sichere Radwege für die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Dörfer – aber nicht auf Kosten der städtischen Handlungsfähigkeit, wenn am Ende keine Gegenfinanzierung kommt.

Der Bürgermeister kündigte weitere Gespräche mit dem LaSuV an. Auch die Stadt Hartha holt zunächst ein Stimmungsbild ein, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Spende angenommen – BIC entdeckt Fehler in Stadtunterlagen

Auf den ersten Blick war TOP 10 eine Routineangelegenheit: Die Annahme einer Spende in Höhe von 100 Euro vom „Baugeschäft Thomas Müller“. Doch Thomas Wasner fiel auf, dass dieses Unternehmen in Colditz seit Jahren nicht mehr existiert – und das hätte eigentlich längst in der Stadt bekannt sein müssen.

Tatsächlich firmiert das Unternehmen inzwischen unter dem Namen „Zimmerei & Baugeschäft Friedhelm Müller“. Der Fehler stammt aus alten Unterlagen, die beim Systemwechsel der Stadtverwaltung nicht vollständig aktualisiert wurden. Wasner hatte die Unstimmigkeit bemerkt und angesprochen – woraufhin die Verwaltung eine neue, korrekte Beschlussvorlage erstellte.

Die Spende selbst wurde anschließend einstimmig angenommen (10 Ja-Stimmen, keine Gegenstimmen, keine Enthaltungen). Ein kleiner Fall mit einer klaren Botschaft: Sorgfalt bei Verwaltungsdaten zahlt sich aus.

Weitere Themen im Überblick

Heizungsprobleme in Hausdorfer Schule und Turnhalle: Ein defekter Pufferspeicher sorgt für Kälte in der Hausdorfer Schule. Er wird provisorisch durch einen Restspeicher der Solarthermianlage ersetzt – bis die Hackschnitzelanlage fertiggestellt ist. Thomas Wasner wies darauf hin, dass auch die Turnhalle kalt ist, was insbesondere beim Sport problematisch ist. Eine kurzfristige Verbesserung ist dringend nötig.

Kleingartenverein „Eintracht“ Bahnhofstraße: Der Regionalverband der Kleingärtner Muldental kündigt die Pacht für die Gärten in der Bahnhofstraße. Derzeit liegt der Leerstand bei über 50 Prozent. Im Rahmen eines Entwicklungskonzepts bis 2028 soll die Anlage schrittweise geleert werden. Im März findet im Rathaus eine Pächtversammlung statt.

Unterlagen zur Sitzung: Katrin Juhrich und Thomas Wasner haben in der Sitzung darauf hingewiesen, dass einige Anlagen der Einladung gefehlt haben. Für die Vorbereitung ist es wichtig, alle Unterlagen rechtzeitig – idealerweise zwei Tage vor der Sitzung – zu erhalten. Wir werden dieses Thema weiter im Blick behalten.

Hinweis am Rande: Der Bürgermeister informierte, dass die Stadtverwaltung aktuell eine KI-gestützte Protokollierung testet. Tonaufzeichnungen der Sitzungen sollen künftig von einer Künstlichen Intelligenz – entwickelt von einem Dresdner Unternehmen, das auch sächsischen Dialekt versteht – zu Protokollen verarbeitet werden. Einwände gegen die Nutzung gab es seitens der Ausschussmitglieder nicht.

Im nichtöffentlichen Teil

Im Anschluss an die öffentliche Sitzung tagte der Hauptausschuss nichtöffentlich. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Vergabe von Planungsleistungen für die Sanierung Markt 19, der Straßenausbau der Pestalozzistraße, die Berufung eines Mitglieds in den Seniorenrat sowie – als besonders wichtige Themen – die Haushaltssatzung für 2026 und 2027 und der Beschluss über den Gesamtabschluss der Stadt Colditz. Zu nichtöffentlichen Beschlüssen können wir aus rechtlichen Gründen keine Details veröffentlichen.

Fragen? Wir sind für euch da!

Ihr habt Fragen zu einem der Themen oder wollt eure Meinung teilen? Schreibt uns – auf unserer Facebook-Seite, per E-Mail oder sprecht uns direkt an. Wir freuen uns über jeden Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt.

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner