Am 26. März 2026 kam der Stadtrat der Stadt Colditz zu seiner 17. ordentlichen Sitzung im Waldhaus Colditz zusammen. Im Mittelpunkt standen der Weg frei für ein neues Gewerbegebiet an der Leisniger Straße und der Startschuss für den Ausbau der Raschützer Lindenstraße. Von unserer Fraktion „Für unsere Heimat“ / BIC waren Mirko Fischer, Jan Gumpert, Sascha Schmiedel, Daniel Thalmann, Thomas Wasner und Simon Wismach vor Ort – nur Katrin Juhrich fehlte aus privaten Gründen.

Neben den beiden Hauptthemen ging es um sechs Wegewidmungen rund um Schönbach, eine neue Kita-Jury und mehrere Anfragen unserer Stadträte – unter anderem zu einer Verkehrsschwelle in Leisenau.

Neues Gewerbegebiet an der Leisniger Straße

Der Stadtrat hat den Entwurf für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Leisniger Straße“ gebilligt und zur öffentlichen Auslegung freigegeben. Das bedeutet: Noch ist nichts endgültig entschieden – jetzt können Bürger, Behörden und Nachbargemeinden ihre Stellungnahmen abgeben, bevor der Stadtrat abschließend entscheidet.

Geplant ist eine Fläche von rund 2,2 Hektar, davon knapp 1.200 Quadratmeter Grünfläche. Ein Umweltgutachten hat im Gebiet 130 Pflanzenarten, 37 Vogelarten sowie Lebensräume von geschützten Zauneidechsen und Fledermäusen nachgewiesen. Deshalb sind umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen: ein neues Zauneidechsen-Habitat, Ausgleichsflächen mit Neuanpflanzungen und der Erhalt des Grünstreifens entlang der Leisniger Straße. Zusätzlich musste die Zufahrt zur Straße verlegt werden, weil das Landesamt für Straßenbau und Verkehr gegen die ursprüngliche Planung ein Veto eingelegt hatte.

💡 Unsere Einschätzung: Unser Stadtrat Thomas Wasner hat im Detail nachgefragt – unter anderem, ob die als Grünfläche ausgewiesenen Flächen trotzdem als Gewerbefläche mitzählen. Die Verwaltung bestätigte: ja, sie zählen zur Gesamtfläche, dürfen aber nicht bebaut werden. Wir sehen die Größe des Baufeldes und die damit verbundenen Kosten kritisch und haben unsere Bedenken zur Wirtschaftlichkeit des Vorhabens ausdrücklich zu Protokoll gegeben. Dem Auslegungsbeschluss haben wir trotzdem zugestimmt, weil damit zunächst nur die Bürgerbeteiligung startet – die eigentliche Entscheidung fällt erst später.

Ausbau der Raschützer Lindenstraße kann losgehen

Der Stadtrat hat die Planungsleistungen für den Ausbau der Raschützer Lindenstraße an das Ingenieurbüro Klemm & Hensen aus Leipzig vergeben, für ein Honorar von rund 65.570 Euro. Geplant sind zunächst die ersten drei von insgesamt fünf Bauabschnitten – die weiteren folgen, sobald die Finanzierung dafür steht. Der Ausbau läuft gemeinsam mit dem Zweckverband Wasser/Abwasser, mit dabei ist auch eine neue barrierefreie Bushaltestelle.

👉 Wichtig für dich: Der dritte Bauabschnitt endet zunächst am Wachhübel und nicht, wie ursprünglich geplant, ganz oben an der Straße. Ob und wann die restlichen Abschnitte gebaut werden, entscheidet sich erst mit künftigen Haushalten.

Straßenbau bleibt damit eines der großen Dauerthemen im Colditzer Stadtrat – wie schon beim Ausbau der B107 und beim Umbau der Pestalozzistraße berichtet.

Verkehrsschwelle in Leisenau: Mehr Transparenz gefordert

Unser Stadtrat Simon Wismach hat eine neue Verkehrsberuhigungsschwelle in Leisenau angesprochen: Die Anwohner wurden vorher nicht informiert. Die Verwaltung erklärte, dass die Stadt so etwas auf eigenen Straßen selbst entscheiden darf – nur für zusätzliche Schilder braucht es eine amtliche Anordnung. Wismach äußerte Bedenken, ob die Schwelle Winterdienst, Rettungswagen und Feuerwehr behindert, und schlug stattdessen Bodenhindernisse vor, die Fahrzeuge nicht beschädigen. Der Bürgermeister sagte eine Prüfung und eine Infoveranstaltung für die Anwohner zu.

Unser Stadtrat Thomas Wasner kritisierte zudem eine Veranstaltung zur Aufarbeitung vergangener Vorfälle in der Stadt, bei der Verwaltung und Polizei dabei waren: Der Stadtrat sei dabei nicht ausreichend einbezogen worden, konkrete Ergebnisse habe es nicht gegeben. Er forderte, solche Veranstaltungen künftig transparenter zu gestalten.

ℹ️ Laufendes Thema: Der Umgang mit extremistischen Vorfällen und der Dialog mit der Polizei beschäftigen den Stadtrat schon länger. Mehr dazu in unserem Bericht vom Februar.

Weitere Beschlüsse im Überblick

  • Wege rund um Schönbach: Zum Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens hat der Stadtrat sechs Wege offiziell gewidmet und ins Straßenbestandsverzeichnis aufgenommen – darunter den Wanderweg am Stausee, den Dammweg und den Wanderweg zum Widder samt Parkplatz. Alle Beschlüsse fielen einstimmig.
  • Kita-Jury BBS Bildungscampus: Unser Stadtrat Sascha Schmiedel sowie Steven Schlender wurden als Stadtrats-Vertreter für die Auswahljury der künftigen Kita-Betreiber bestellt. Die bisherige Jury bleibt im Amt.
  • Erneuerbare Energien: Colditz ist weiterhin nicht von Vorranggebieten für Windkraft & Co. betroffen – eine Stellungnahme der Stadt ist aktuell nicht nötig.
  • Glasfaser Leisenau: Beim Ausbau gibt es noch keinen neuen Stand, der Bürgermeister bleibt dran.
  • Bahnstrecke Colditz–Sermuth: Liegen gebliebene Gegenstände der Bahn sollen entfernt werden.
  • Fahrradschule am Kanuverein: Die Verwaltung prüft zusätzliche Bodenmarkierungen, damit Kinder dort sicherer üben können.

Wie geht es weiter?

Beim Gewerbegebiet Leisniger Straße läuft jetzt die öffentliche Auslegung – wer Anregungen hat, kann sich einbringen, bevor der Stadtrat abschließend entscheidet. Beim Ausbau der Raschützer Lindenstraße folgt als Nächstes die konkrete Bauplanung. Den Termin der nächsten öffentlichen Stadtratssitzung geben wir bekannt, sobald er feststeht.

Deine Meinung zählt: Hast du Fragen zu den Beschlüssen? Sprich uns an – wir freuen uns über den Austausch! Schreibt uns auf Facebook oder kommt zur nächsten Sitzung.

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